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VRR-Qualitätsbericht 2013

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Derzeit haben sich die Pünktlichkeits- und Ausfallquoten im VRR verschlechtert. Dabei sind nahezu die Hälfte dieser Störungen auf eine nicht ausreichend ausgebaute und schlecht gewartete Infrastruktur zurückzuführen. Die übrigen Gründe für Ausfälle und Verspätungen liegen bei den Eisenbahnverkehrsunternehmen, sind der höheren Gewalt zuzurechnen oder liegen zu einem beträchtlichen Teil im nicht einzusehenden Vorrang des Fernverkehrs begründet. Deshalb ist es unerlässlich – neben den Anstrengungen der Unternehmen – eine qualitativ gute Leistung abzuliefern, um den deutlichen Ausbau der Infrastruktur (zum Beispiel im Rahmen des RRX) und eine bessere Instandhaltung des Schienennetzes in der gesamten Region zu realisieren. Denn die schlechte Infrastruktur erschwert die optimalen Leistungsmöglichkeiten der Eisenbahnverkehrsunternehmen und muss dringend behoben werden.

Die Dokumentation innerhalb des Stationsberichtes weist in diesem Jahr erstmals linienspezifisch und anhand von Piktogrammen aus, ob und wie ein barrierefreier Zugang zu den Bahnsteigen und zu den Fahrzeugen möglich ist. Damit ist für mobilitätseingeschränkte Fahrgäste eine vollständige Übersicht über die barrierefreie Zugänglichkeit zum Schienenpersonennahverkehr im Verbundraum gegeben. Diese Information ist für die Kunden über die Website des VRR abrufbar. Erst Anfang Februar hat der VRR dazu eine gemeinsam ausgearbeitete Rahmenvereinbarung zur Barrierefreiheit im Schienenpersonennahverkehr mit der LAG Selbsthilfe NRW unterschrieben.

Ergebnisse des SPNV-Qualitätsberichtes 2013

Betrachtet man insgesamt die Qualität auf der Schiene 2013, so zeigt sich ein ähnliches Bild wie 2012, auch wenn manche Qualitätskriterien bessere Werte als im Vorjahr aufweisen. Die Qualität auf den im Wettbewerb vergebenen Linien ist meist besser als bei den nicht im Wettbewerb vergebenen Linien. Im Jahr 2013 schneidet die Nordwestbahn jedoch deutlich schlechter ab als die übrigen DB-Mitbewerber. Die Leistung der Eurobahn hingegen hat sich im Jahr 2013 deutlich verbessert. Abellio Rail und die Regiobahn lieferten wie bereits in den Vorjahren, meist gute bis sehr gute Resultate. Die DB ist differenziert zu betrachten: Die im Wettbewerb gefahrenen Linien schneiden meist besser ab, als die des Großvertrages.

Wie auch in den Vorjahren bilden die RE-Linien das Schlusslicht in Sachen Pünktlichkeit. In der Detailanalyse einiger wichtiger Linien, die über die Hauptachse fahren, variieren die Verspätungen deutlich in den unterschiedlichen Streckenabschnitten: Je nach Fahrtrichtung, Taktlage oder zur Verfügung stehender Trasse werden Verspätungen reduziert oder weiter aufgebaut. In Fahrtrichtung Dortmund sind die Linien besonders zwischen Düsseldorf und Essen unpünktlich, in der Gegenrichtung ist es der Abschnitt Duisburg—Düsseldorf. Abhilfe wird hier vermutlich erst mit einem Infrastrukturausbau im Rahmen des Rhein-Ruhr-Express geschaffen.

Im Jahresverlauf kam es im Juni, Juli und besonders deutlich im Oktober zu Verspätungen. Dies resultiert aus einer ungewöhnlichen Vielzahl an externen Ereignissen wie Unwettern, Bombenentschärfungen, Zugkollisionen, Signalstörungen und Kabeldiebstählen. Insbesondere die am 20. November 2013 entdeckten Hohlräume unter den Gleisen vor dem Essener Hauptbahnhof zogen starke Einschränkungen im Nah- und Fernverkehr nach sich: Auf zahlreichen dort verkehrenden Linien kam es zu Verspätungen und Zugausfällen. Ungeachtet dessen sind die enormen Verspätungen auf den RE-Linien nicht akzeptabel.

Ergebnisse des Stationsberichtes 2013

Da es keine direkten vertraglichen Beziehungen zwischen dem VRR und der DB Station & Service gibt, sind die Handlungs- und Einflussmöglichkeiten des Verbundes auf die Entwicklung und die Qualität der Stationsinfrastruktur sowie auf das Erscheinungsbild der Stationen nur eingeschränkt vorhanden. Jedoch leistet die Bewertung der Stationen durch die VRR-Profitester und die Veröffentlichung der Untersuchungsergebnisse in den Stationsberichten seit Jahren einen wichtigen Beitrag, um diese „Lücke“ zu schließen.

Betrachtet man das Gesamtergebnis für 2013, so haben 133 Stationen ein akzeptables Erscheinungsbild, 82 Stationen ein Erscheinungsbild, das noch akzeptabel ist und 80 Stationen ein Erscheinungsbild, das nicht akzeptabel ist. Damit hat die Anzahl der nicht akzeptabel bewerteten Stationen wieder zugenommen. Es handelt sich dabei schwerpunktmäßig um S-Bahn-Stationen und ist in erster Linie auf die schlechten Bewertungen beim Kriterium „Graffiti“ zurückzuführen. Damit jedoch nicht der Eindruck eines deutlich verschlechterten Gesamtergebnisses entsteht, muss relativierend erwähnt werden, dass auch bereits kleine Verschmutzungen zu einer Abwertung durch die Profitester führen. Hintergrund ist die Erfahrung, dass Graffitiverschmutzungen grundsätzlich und unabhängig von ihrer Größe im erheblichen Maß zum Gesamterscheinungsbild einer Station beitragen.

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